Darmzentrum Reutlingen
Zentraler Kontakt
| Tel. | 07121 200-3426 |
|---|---|
| Fax | 07121 200-3570 |
| schreiben |
Empfohlenes Darmzentrum der Deutschen Krebsgesellschaft e.V. (Zertifikat vergrößern)
QM-zertifiziert nach DIN-ISO 9001:2000 (Zertifikat vergrößern)
Zertifiziertes Darmzentrum der Deutschen Krebsgesellschaft e.V. - Onkozert
Jährlich erkranken in Deutschland nahezu 70.000 Männer und Frauen an einem bösartigen Tumor des Dick- und Mastdarms. Die Chance auf Heilung wird in hohem Maße von der Qualität der Behandlung beeinflusst. Die Deutsche Krebsgesellschaft hat sich daher zum Ziel gesetzt, durch die Zertifizierung spezialisierter Zentren für betroffene Patienten eine hochwertige Behandlung sicherzustellen. Als eine der ersten Kliniken in Baden-Württemberg wurde das Klinikum am Steinenberg in Reutlingen zum Darmzentrum ernannt.
Ganzheitliche und interdisziplinäre Behandlung
Im Darmzentrum Reutlingen arbeiten Spezialisten verschiedener Fachdisziplinen sowie interne und externe Kooperationspartner an einem gemeinsamen Ziel: Durch ein ganzheitliches Behandlungskonzept die Heilungschance bei Dick- und Mastdarmkrebs zu erhöhen und die Lebensqualität der betroffenen Patienten zu verbessern.
Ihre Ansprechpartner
Für weitere Informationen wenden Sie sich an den Leiter des Darmzentrums, Herrn Prof. Dr. Zimmermann oder den Zentrumskoordinator, Herrn Dr. Sell. Auch unsere Kooperationspartner informieren Sie gerne.
Darmkrebstherapie - eine Orientierungshilfe
Darmzentrum von A bis Z
- Ärzte und Team
- Chemotherapie
- Chirurgie bei Dick- und Mastdarmkrebs
- Erblicher Darmkrebs (HNPPC)
- Erhebungsbogen für Darmzentren
- Ganzheitliche Betreuung
- Gutartige Darmerkrankungen
- Informationen
- Kooperationspartner
- Kontakt – stationäre Aufnahme
- Krebsvorsorge
- Künstlicher Darmausgang / Anus praeter
- Metastasenbehandlung
- Minimal-invasive Chirurgie ("Schlüsselloch-Chirurgie")
- Nachsorge bei Krebs
- Palliative Betreuung
- Qualitätssicherung/Ergebniskontrolle
- Selbsthilfegruppen
- Strahlentherapie
- Studien
- Tumordokumentation
- Tumorkonferenz
- Tumorsprechstunde
Ärzte und Team
Leiter des Darmzentrums:
Prof. Dr. Thomas Zimmermann, Arzt für Chirurgie, Viszeralchirurgie, Thoraxchirurgie. Chefarzt der Klinik für Allgemein- Viszeral- und Thoraxchirurgie.
Prof. Zimmermann ist Fachexperte der Deutschen Krebsgesellschaft für die Zertifizierung von Darmzentren.
Stellv. Leiter des Darmzentrums:
Dr. med. Wolfgang Blank, Facharzt für innere Medizin, Gastroenterologe, Leiter der Endoskopieabteilung
Zentrumskoordinator:
Dr. med. Florian Sell, Facharzt für Chirurgie, Qualitätsmanagement-Beauftragter
Weitere Mitglieder des Darmzentrums:
siehe Kooperationspartner
Chemotherapie
Ziel einer "adjuvanten" (= begleitenden) Chemotherapie ist es, eventuell im Körper eines Darmkrebspatienten vorhandene Tumorzellen zu bekämpfen, bevor diese zu manifesten Metastasen anwachsen. Ob einem Patienten eine solch "begleitende" Chemotherapie nach einer Krebsoperation empfohlen wird, beschließen die in die Behandlung eingebundenen Experten gemeinsam in der wöchentlichen Interdisziplinären Tumorkonferenz.
Die Chemotherapie wird durch die Hauptbehandlungspartner des Darmzentrums, der Onkologischen Schwerpunktpraxis Dr. Waidelich (ambulant) und der Medizinischen Klinik I (stationär) nach einem ausführlichen Beratungsgespräch mit dem Patienten durchgeführt.
Bei fortgeschrittenem Tumorleiden kann durch eine palliative Chemotherapie die Lebensqualität verbessert und zum Teil eine deutliche Lebensverlängerung erzielt werden (siehe auch Metastasenbehandlung).
Chirurgie bei Dick- und Mastdarmkrebs:
Die Chance auf Heilung wird wesentlich von der Qualität der Operation beeinflusst. Die Operation erfolgt ausschließlich durch erfahrene, speziell geschulte Operateure (Fachärzte für Viszeralchirurgie). Sie wird entsprechend den Leitlinien der Fachgesellschaften durchgeführt. Gemäß den Prinzipien der Krebschirurgie erfolgt regelhaft die vollständige Tumorentfernung mit onkologisch-radikaler Lymphadenektomie. Bei Mastdarmtumoren wird eine totale mesorektale Exzision (TME) unter sorgfältiger Schonung der für die Blasen- und Sexualfunktion erforderlichen Nerven durchgeführt. Bei Karzinomen nahe des Schließmuskels wird ein neues Stuhlreservoir (Pouch) angelegt.
Bei geeigneten Patienten kommt die "Schlüssellochchirurgie" und die "Fast-track-Chirugie" zur Anwendung (siehe Minimal-invasive Chirurgie).
Erblicher Darmkrebs (HNPCC)
Als hereditäres non-plypöses kolorektales Karzinom (HNPCC) bezeichnet man einen vererblichen Darmkrebs. Die Ursache ist ein Gendefekt. Bei ungefähr 10% aller Patienten mit einem Darmkrebs liegt ein HNPCC vor. Es handelt sich dabei insbesondere um jüngere Patienten, meist unter 50 Jahre alt. Daher ist es bei jüngeren Patienten wichtig, danach zu fragen, ob bereits andere Familienmitglieder von einem Darmtumor betroffen waren. Dann sollte nicht nur bei dem Tumorpatienten selbst, sondern auch bei deren nächsten Angehörigen gezielt nach dem defekten Gen gefahndet werden.
Wir vermitteln gerne einen Beratungstermin bei unserem Kooperationspartner, dem Institut für Humangenetik am Universitätsklinikum Tübingen (siehe Kooperationspartner).
Erhebungsbogen für Darmzentren
Der Erhebungsbogen des Darmzentrums 2009 (pdf, 656 KB) gemäß den Richtlinien der Deutschen Krebsgesellschaft bietet umfangreiche Informationen über Struktur und Ergebnisqualität unseres Zentrums.
Ganzheitliche Betreuung
Das Darmzentrum Reutlingen legt neben einer optimalen medizinischen Behandlung einen hohen Stellenwert auf die ganzheitliche Betreuung ihrer Patienten. Nicht nur das erkrankte Organ soll bestmöglich therapiert werden, der Mensch in seiner Gesamtheit steht im Mittelpunkt unserer Zuwendung.
Die Konfrontation mit der Diagnose "Krebs" ist für die Betroffenen und deren Angehörigen mit einer großen seelischen Belastung verbunden. Das Darmzentrum bietet die Unterstützung speziell geschulter Psychologen an. Gerne vermitteln wir ein Gespräch mit unseren Klinikseelsorgern. Eine optimale Bekämpfung auftretender Schmerzen fördert den Gesundungsprozess. Durch unsere Schmerztherapeuten des zertifizierten Schmerzzentrums Reutlingen (Zertifikat "Schmerzfreies Krankenhaus") wird eine kontinuierliche, bedarfsorientierte Schmerztherapie sichergestellt. Unsere Physiotherapeuten helfen, nach einer Operation schnell wieder die gewohnte Mobilität zu erreichen, unsere Ernährungsberaterinnen beantworten Fragen zur Ernährung während und nach der Behandlung.
Unser Sozialdienst berät und unterstützt zu allen Fragen wie beispielsweise Anschlussheilbehandlung, häusliche Betreuung, ambulante Pflege oder Berentung.
Wir vermitteln den Kontakt zur Genetischen Beratung bei unserem Kooperationspartner, dem Institut für Humangenetik der Universität Tübingen.
Wird vorübergehend oder dauerhaft ein künstlicher Darmausgang angelegt, unterstützen und betreuen unsere Kooperationspartner der Stomaberatung.
Über den Onkologischen Schwerpunkt wird die Teilnahme an mannigfachen Kursen, zum Beispiel "Onko-walking" oder Kosmetikkurse für Tumorpatienten, angeboten.
Bei fortgeschrittenem Tumorleiden erfahren unsere Patienten und deren Angehörige Unterstützung und Hilfe durch die Brückenpflege.
Eine enge Zusammenarbeit besteht mit dem Hospiz in Eningen, einem externen Kooperationspartner unseres Darmzentrums.
Siehe auch Kooperationspartner.
Gutartige Darmerkrankungen
Neben der Behandlung bösartiger Darmerkrankungen (Dick- und Mastdarmkrebs) hat die Behandlung von gutartigen Darmerkrankungen am Darmzentrum Reutlingen einen hohen Stellenwert. Die Behandlungs- und Kooperationspartner bieten Patienten mit gutartigen, chronischen Darmerkrankungen, ebenso Patienten mit proktologischen Krankheitsbildern eine umfassende, an den Leitlinien der medizinischen Gesellschaften und neuesten medizinischen Erkenntnissen orientierte Betreuung.
Divertikelkrankheit (Divertikulitis)
Divertikel sind Ausstülpungen der Schleimhaut durch die Muskulatur der Darmwand. Kommt es zur Entzündung dieser Divertikel, meist infolge einer Verlegung einer Ausstülpung mit Stuhlkeimen, so spricht man von Divertikelkrankheit (Divertikulitis).
Eine Divertikulitis geht mit heftigen Schmerzen im linken Unterbauch, häufig mit Fieber einher. Schlimmstenfalls kann es zum Darmdurchbruch mit Bauchfellentzündung kommen, der eine Notoperation erforderlich macht.
Eine Divertikulitis wird zunächst medikamentös mit Antibiotika behandelt. Die Indikation zur Operation wird gestellt, wenn wiederholte Entzündungschübe auftreten. Dann wird minimal-invasiv (in Schlüssellochtechnik) der betroffene Darmabschnitt entfernt.
Morbus Crohn, Colitus ulcerosa (CED-Syndrom)
Bei den chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen (M. Crohn, Colitis ulcerosa) handelt es sich um gutartige Erkrankungen, die typischerweise mit Durchfällen und Schmerzen einhergehen. Die Behandlung ist eine Domäne der konservativen (medikamentösen) Therapie und erfolgt gemäß den Leitlinien der medizinischen Fachgesellschaften in der Regel durch unsere Kooperationspartner, die niedergelassenen Gastroenterologen (siehe Kooperationspartner) und die Gastroenterologen am Klinikum (Medizinische Klinik I).
Die Indikation zur Operation ist nur selten gegeben. Sie wird – immer gemeinsam von Gastroenterologen und Chirurgen - dann gestellt, wenn es durch die chronische Entzündung zu Komplikationen, wie zum Beispiel Fisteln, Darmengen (Stenosen), Abszessen, gekommen ist oder heftige Entzündungsschübe medikamentös nicht beherrschbar sind.
Proktologie (zum Beispiel Hämorrhoidalleiden)
Sehr viele Menschen leiden unter lästigen, teils quälenden Beschwerden am After. Neben dem sehr häufigen Hämorrhoidalleiden bereiten zum Beispiel Fissuren, Fiseln, Marisken oder Abszesse Beschwerden.
Unsere Patienten werden zunächst durch unsere externen Kooperationspartner, die niedergelassenen Gastroenterologen, betreut. Wird eine Operation notwendig, können sich Patienten in der proktologischen Sprechstunde der Chirurgischen Klinik (Anmeldung: Frau Nixdorf, 07121 200-34 27) vorstellen.
In der chirurgischen Klinik werden sämtliche modernen Operationsverfahren (z.B. Stapler-Hämorrhoidektomie nach Longo, dopplersonographisch gesteuerte Hämorrhoidalarterienligatur (HAL) durchgeführt.
Informationen
Alle Behandlungs- und Kooperationspartner informieren Sie gerne und beantworten Ihre Fragen.
Weitergehende Informationen zum Thema Darmkrebs erhalten Sie von der Deutschen Krebsgesellschaft.
Kontakt – Stationäre Aufnahme
Ein Termin zur stationären Aufnahme kann vereinbart werden unter der Telefon-Nummer: 07121 200-36 13 oder -32 74
In dringenden Fällen ist der Leiter der Ambulanz und Aufnahme, Herr OA Dr. Ess über die Hotline 0175 600 52 37 zu erreichen.
Kooperationspartner
Gastroenterologie
Viszeralchirurgie
Strahlentherapie
Internistische Onkologie
- Medizinische Klinik I (Klinikum am Steinenberg Reutlingen) und Kompetenzzentrum "Onkologischer Schwerpunkt" (Klinikum am Steinenberg Reutlingen)
Pathologie
Radiologie
Schmerzzentrum
Niedergelassene Fachärzte
- Gastroenterologische Praxis Dr. med. Hartmut Brand, Metzingen
- Facharzt für Innere-Gastroenterologie Dr. B. Dirr, Hechingen
- Gastroenterologische Praxis Drs. med. Horst Eisold und Marc Eisold, Mössingen
- Gemeinschaftspraxis (Fachärzte für Innere Medizin/Gastroenterologie) Drs. med. Frank Hofstätter, Uwe Schwaiger und Frank-Martin Wolf, Reutlingen
- Praxis Dr. med. Freddy Henne, Hämatologie und Internistische Onkologie, Hechingen
- Gastroenterologische Praxis Dr. med. Hermann Hornstein, Pfullingen
- Gastroenterologische Praxis Dr. med. Helga Sauter, Reutlingen
- Onkologische Schwerpunktpraxis Dr. Waidelich, Reutlingen
Humangenetik
Labor
Physiotherapie
Seelsorge
Stomatherapie
- Visé Baden-Wüttemberg
- PubliCare Stomaberatung
- STOB Ratzlaff
- Assist Heimpflege
- Stoma-Welt
Selbsthilfegruppen
- Ilco - Gruppe Reutlingen
(Herr Brenner, Telefon: 07123 60924) - Treffpunkt LebensWende - Gesprächskreis krebskranker Frauen
(Frau Ziemke, Telefon: 07121 45925) - Frauenselbsthilfegruppe nach Krebs
(Frau Stub, Telefon: 07121 83699)
Krebsvorsorge
Beim Dick- und Mastdarmkrebs hängt die Chance auf Heilung in hohem Maße von der Größe des Tumors ab. Wird der Tumor frühzeitig, am besten zu einem Zeitpunkt, an dem er noch keine Beschwerden verursacht, entdeckt, können die allermeisten Betroffenen geheilt werden. Deshalb kommt der Tumorfrüherkennung ("Krebsvorsorge") entscheidende Bedeutung zu.
Die Krankenkassen unterstützen die Tumorfrüherkennung. Eine Darmspiegelung ist ab dem 55. Lebensjahr kostenlos, bei Menschen mit erhöhtem Risiko (zum Beispiel Verwandten mit Darmkrebs) auch schon früher. Neben der früheren Erkennung eines Tumors können bei der Darmspiegelung Polypen entdeckt und gleichzeitig abgetragen werden, bevor sie sich zu einem Krebs entwickeln.
Die Krebsvorsorgeuntersuchung wird in der Regel ambulant, d.h. durch unsere Kooperationspartner, die niedergelassenen Gastroenterologen durchgeführt. Unsere Kooperationspartner beraten Sie gerne. Selbstverständlich können Sie sich auch an die Gastroenterologen unseres Klinikums (Medizinische Klinik I) wenden. Krebsvorsorge rettet Leben!
Künstlicher Darmausgang/Anus präter:
Bei der Operation des Mastdarmkrebses ist aufgrund der neuen chirurgischen Techniken und der Verwendung moderner Klammernahtgeräte die Anlage eines dauerhaften künstlichen Ausganges nur mehr selten erforderlich. Häufiger wird ein vorübergehender künstlicher Ausgang angelegt, der nach wenigen Wochen durch eine kleine Operation wieder zurückverlegt werden kann. Ein solcher "Schutz-Anus-präter" wird angelegt, damit eine Darmnaht nahe des Schließmuskels in Ruhe ausheilen kann und das Risiko einer Nahtundichtigkeit minimiert wird. Bei der Versorgung des künstlichen Ausganges beraten und helfen qualifizierte Stomaberater (siehe Kooperationspartner). Dank dieser Unterstützung und der modernen Hilfsmittel wird ein Stomaträger nach einer Umgewöhnungsphase in der Lage sein, ein normales Leben ohne Einschränkungen zu führen.
Metastasenbehandlung
Bei einigen Dick- und Mastdarmtumoren sind bereits zum Zeitpunkt ihrer Diagnose Tumorabsiedelungen in anderen Organen vorhanden, bei einigen Patienten bilden sich im Laufe der Nachbeobachtungszeit Metastasen. Das Darmzentrum bietet unterschiedlichste Behandlungsformen im Falle einer Tumoraussaat an. In unserer interdisziplinären Tumorkonferenz beraten Experten aller Fachabteilungen, welche der verschiedenen Therapien unseren Patienten empfohlen wird.
Wenn immer möglich, werden die Metastasen chirurgisch entfernt. Bei Leber- und Lungenmetastasen wird durch eine vollständige operative Entfernung der Metastasen eine Heilung angestrebt. Manchmal kann es sinnvoll sein, vor der Operation die Metastasen durch eine Chemotherapie zu verkleinern.
Liegen Lebermetastasen in allen Leberabschnitten vor, so dass eine operative Entfernung nicht oder nur zu einem unverantwortbar hohen Risiko möglich wäre, bietet die Thermoablation eine hervorragende Alternative zur Operation. Bei der Thermoablation wird von unseren Gastroenterologen in örtlicher Betäubung eine dünne Nadel unter Ultraschall-Kontrolle in die Metastase eingeführt und diese dann durch große Hitze zerstört.
Große Fortschritte konnten in den letzten Jahren bei der Chemotherapie und der Therapie mit Antikörpern erzielt werden. In einem ausführlichen Gespräch klären die Onkologen unserer Klinik und unseres Kooperationspartners, der Onkologische Schwerpunktpraxis Dr. Waidelich, gemeinsam mit dem Patienten und deren Angehörigen den am besten geeigneten Therapieansatz.
Minimal-invasive Chirurgie:
Die minimal-invasive Chirurgie („Schlüssellochchirurgie“) hat in den letzten Jahren zunehmend auch in der Darmchirurgie an Bedeutung gewonnen. Sie hat in unserem Darmzentrum einen hohen Stellenwert.
Im Vergleich zur herkömmlichen Operation mit großem Bauchschnitt hat das minimal-invasive Verfahren wesentliche Vorteile:
- günstiges kosmetisches Ergebnis bei kleineren Narben,
- geringere Schmerzhaftigkeit nach der Operation,
- schnellere Genesung und
- rasche Wiederaufnahme der Berufstätigkeit.
Kombiniert mit den Prinzipien der Fast-track-Chirurgie (gezielte Schmerzbekämpfung, rascher Kostaufbau, frühe Mobilisation) kann der stationäre Aufenthalt kurz gehalten werden.
Bei gutartigen Darmerkrankungen (z.B. Divertikelkrankzeit, chronisch-entzündliche Darmkrankheit) ist das minimal-invasive Vorgehen an unserem Darmzentrum Standard.
Seit in größeren Untersuchungen nachgewiesen werden konnte, dass bei Darmkrebs mit der minimal-invasiven Chirurgie ebenso gute Langzeitergebnisse erzielt werden können als mit dem herkömmlichen Verfahren, werden am Darmzentrum Reutlingen bei geeigneten Patienten auch Krebsoperationen in „Schlüssellochtechnik“ durchgeführt. Im Einzelfall entscheidet der Operateur gemeinsam mit dem Patienten über das zu wählende Verfahren.
Nachsorge bei Krebs
Eine regelmäßige Tumornachsorge nach Operation (und gegebenenfalls Chemo- und Strahlenbehandlung) ist wichtig, um ein eventuelles Nachwachsen des Tumors oder Tumorabsiedelungen frühzeitig zu erkennen und entsprechend, mit dem Ziel einer definitiven Heilung, zu behandeln.
Die Nachsorge wird gemäß den Empfehlungen der medizinischen Fachgesellschaften, die dem Hausarzt im Entlassungsbrief mitgeteilt werden, in festgesetzten Zeitabständen durchgeführt. Sie umfasst in der Regel neben der körperlichen Untersuchung die Blutuntersuchung ("Tumormarker"), die Ultraschalluntersuchung des Bauches, eine Röntgenaufnahme der Lunge und eventuell eine Mastdarmspiegelung.
Die Tumornachsorge wird durch den Hausarzt oder unsere externen Kooperationspartner, die niedergelassenen Gastroenterologen durchgeführt.
Palliative Betreuung
Nicht immer ist Krebs heilbar. Ist es zu einer Tumoraussaat gekommen, kann ein Tumor oder seine Metastasen operativ nicht vollständig entfernt werden, ist das Ziel der Behandlung das natürliche Tumorwachstum zu verlangsamen und eine bestmögliche Lebensqualität zu erhalten. Hierfür bietet das Darmzentrum ein umfassendes, ganzheitliches Behandlungskonzept. Am Klinikum am Steinenberg besitzen mehrere Ärzte und Pflegekräfte hierfür eine spezielle Qualifikation (Palliativärzte/-schwestern).
Eine palliative Chemotherapie kann zu einer Tumorverkleinerung führen und das allgemeine Befinden bessern (Kooperationspartner: Onkologische Schwerpunktpraxis Dr. Waidelich). Bei Schmerzen bietet das zertifizierte Schmerzzentrum umfassende Behandlungsansätze. Bei weit fortgeschrittenem Tumorleiden ermöglicht unsere Brückenpflege eine Betreuung in häuslicher Umgebung. Ferner arbeitet das Darmzentrum eng mit dem Hospiz in Eningen zusammen.
Qualitätssicherung und Ergebniskontrolle
Ziel des Darmzentrums ist eine qualitativ hochwertige Behandlung ihrer Patienten. Unsere Behandlungsergebnisse werden daher stetig dokumentiert und überprüft. Durch unser internes Qualitätsmanagement werden die Verläufe, insbesondere eventuell auftretende unerwünschte Ereignisse wie Nachblutungen, Nahtundichtigkeiten, Wundheilungsstörungen beispielsweise erhoben. In halb-jährlichen Qualitätskonferenzen werden die Ergebnisse dargestellt und diskutiert. Unsere Ergebnisse zeigen, dass erfreulicherweise an unserem Zentrum unerwünschte Ereignisse deutlich seltener sind als im nationalen und internationalen Vergleich. Nähere Erläuterungen gibt unser Qualitätsbeauftragter, Herr Dr. Failenschmid.
Wichtig ist uns die Bewertung unserer Leistungen durch die Patienten. Jeder Patient erhält daher im Laufe seiner Behandlung einen Fragebogen, in dem er, selbstverständlich freiwillig und anonym, über mannigfache Aspekte während seines Aufenthaltes Noten vergeben kann. Wichtig sind uns Anregungen und Kritik. Die Fragebögen werden kontinuierlich ausgewertet und, wann immer erforderlich, Konsequenzen zur Qualitätsverbesserung gezogen. Auskünfte erteilt unser Beauftragter, Herr Dr. Ceurremans.
Schließlich wird jede Krebsbehandlung durch unsere Tumordokumentation erfasst. Siehe hierzu Tumordokumentation.
Selbsthilfegruppen
Selbsthilfegruppen sind Vereinigungen von Menschen, welche die Erkrankung aus eigenem Erleben kennen. Ziel der Selbsthilfegruppen ist es, eine krankheitsbedingte Isolation zu überwinden, das Selbstwertgefühl zu stärken und das Selbstvertrauen aufzubauen. Selbsthilfegruppen bieten Hilfestellungen für die Alltagsbewältigung und geben emotionale und psychologische Unterstützung. Sie zeigen, dass auch mit einer Krebserkrankung ein sinnvolles und erfülltes Leben möglich ist.
Das Darmzentrum Reutlingen kooperiert mit den Selbsthilfegruppen "Frauenselbsthilfe nach Krebs e.V.", "Treffpunkt LebensWende – Gesprächskreis krebskranker Frauen" und – speziell für Patienten mit künstlichem Darmausgang die "Deutsche ILCO e.V." (siehe Kooperationspartner)
Strahlentherapie
Beim Mastdarmkrebs ist es sinnvoll, ab einer bestimmten Größe vor der operativen Entfernung eine Bestrahlung durchzuführen. Durch eine solche "neoadjuvante" Strahlentherapie, die meist mit einer milden Chemotherapie kombiniert wird, wird der Tumor verkleinert und die Aggressivität der Tumorzellen abgeschwächt. Hierdurch wird das Risiko, dass nach der Tumoroperation es im weiteren Verlauf zu einem Nachwachsen des Tumors oder der Entstehung von Metastasen kommt, gemindert. Ob einem Patienten eine Bestrahlung vor der Krebsoperation empfohlen wird, beschließen die in die Behandlung eingebundenen Experten gemeinsam in der wöchentlichen Interdisziplinären Tumorkonferenz.
Die Bestrahlung wird nach einem ausführlichen Beratungsgespräch mit dem Patienten durch den Hauptbehandlungspartner des Darmzentrums Reutlingen, der Klinik für Radioonkologie (Direktor: Prof. Dr. Bamberg) durchgeführt. Die Bestrahlung durch unseren renommierten Kooperationspartner am Universitätsklinikum Tübingen garantiert eine optimale Behandlung mit modernsten Geräten. Nach Abschluss der Strahlenbehandlung und einer kurzen Erholungsphase erfolgt dann die operative Entfernung des Tumors durch die Spezialisten der Chirurgischen Klinik in Reutlingen.
Studien
Klinische Studien sind Voraussetzung für den Fortschritt in der Medizin. Neue Behandlungskonzepte, z.B. moderne, innovative Medikamente, werden in klinischen Studien auf ihre Wirksamkeit überprüft. Das Darmzentrum bietet die Teilnahme an großen nationalen oder internationalen Studien an. Selbstverständlich sind alle Studien durch Ethikkommissionen geprüft und genehmigt.
Die Teilnahme an Studien ist freiwillig. Möchte ein Patient an keiner Studie teilnehmen, erfolgt die Behandlung gemäß den gültigen Leitlinien mit den anerkannten, bewährten Methoden. Nähere Fragen beantwortet gerne der Studienbeauftragte des Darmzentrums, Herr Dr. Hodina.
Tumordokumentation
In der Tumordokumentation des Onkologischen Schwerpunktes werden alle Krebsbehandlungen, darunter auch beim Dick- und Mastdarmkrebs erfasst. Unsere zwei Dokumentationsassistentinnen werten dabei alle Arztbriefe über Tumorpatienten aus. Ebenfalls werden die Ergebnisse der Tumornachsorge erfasst und ausgewertet. Auf diese Weise gelingt es, die Langzeitergebnisse in der Behandlung von Krebspatienten in Erfahrung zu bringen. Die Ergebnisse werden an das Krebsregister Baden-Württemberg gemeldet.
Die Tumordokumentation stellt einen wesentlichen Baustein in unserer umfassenden Qualitätssicherung dar.
Tumorkonferenz
Einmal wöchentlich findet am Klinikum am Steinenberg in Reutlingen die Interdisziplinäre Tumorkonferenz statt. In dieser Konferenz wird für jeden Patienten mit einem Dickdarm- oder Mastdarmkrebs ein individuelles Behandlungskonzept erstellt, welches sich an den Leitlinien der medizinischen Fachgesellschaften orientiert und neueste Erkenntnisse der medizinischen Forschung berücksichtigt. An dieser Konferenz nehmen Vertreter aller Hauptbehandlungspartner des Darmzentrums (Chirurg, Gastroenterologe, Onkologe, Strahlentherapeut, Pathologe und Radiologe) teil. Die Empfehlung der Tumorkonferenz wird dokumentiert und dem Patienten in einem ausführlichen Gespräch erläutert.
Tumorsprechstunde
Die allgemeine Tumorsprechstunde findet täglich von 9.00 bis 12.00 Uhr durch den Leiter der Ambulanz und Notaufnahme, Herrn OA Dr. Ess, Arzt für Allgemein- und Vizeralchirurgie statt. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich.
Für spezielle Fragestellungen (auch "second opinion") bietet das Darmzentrum jeden Mittwoch, 16.00 Uhr, eine Sprechstunde bei Prof. Zimmermann, Leiter des Darmzentrums und Chefarzt der Chirurgischen Klinik an. Anmeldung im Sekretariat, Frau Nixdorf (07121 200-3427)
Informationen über die jeweiligen Sprechstunden der Hauptbehandlung- und Kooperationspartner erhalten Sie auf Anfrage (siehe Kooperationspartner).


