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Auszeichnungen

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TOP Regionales Krankenhaus 2018

Änasthesisten bei der Arbeit

Regionalanästhesie

Bei einer Regionalanästhesie werden gezielt die Nerven bzw. Nervenbündel betäubt, die das Operationsgebiet versorgen. Dadurch kommt es zur Schmerzfreiheit im Operationsgebiet bei erhaltenem Bewusstsein.

Alle Regionalanästhesien werden unter örtlicher Betäubung durchgeführt, d.h. dass die Anlage einer Regionalanästhesie für Sie schmerzlos ist. Auf Wunsch kann während der Operation zusätzlich ein Schlafmittel verabreicht werden.

Unterschiedliche Verfahren

Welche Form der Regionalanästhesie durchgeführt wird, hängt von der Art und vom Ort des Eingriffes ab. Rückenmarksnahe Anästhesieverfahren, wie die Spinalanästhesie oder die Periduralanästhesie eignen sich besonders für Operationen im Unterleib oder an den Beinen.

Zur postoperativen Schmerztherapie kann auch ein Katheter in die Nähe einzelner Nerven gelegt werden. Dieses Verfahren eignet sich in Kombination mit einer Vollnarkose z.B. beim Kniegelenksersatz. Für Eingriffe an der Hand oder am Arm können selektiv nur die Nervenbündel betäubt werden, die den Arm versorgen.

Bei jeder Regionalanästhesie besteht die seltene Möglichkeit, dass die Wirkung auf Grund individueller Faktoren nicht ganz ausreichend ist. Die Wirkung einer Regionalanästhesie wird deshalb in jedem Fall vor dem Operationsbeginn genauestens geprüft. Im Fall einer unzureichenden Ausbreitung eines regionalen Anästhesieverfahrens ist aber jederzeit der Übergang zu einer zusätzlichen Vollnarkose möglich. Aus diesem Grund ist es erforderlich, dass auch bei der Anwendung von Regionalanästhesieverfahren eine Nüchternheitsgrenze erforderlich ist und deshalb sechs Stunden vor der Operation nichts mehr gegessen werden darf.

Spinalanästhesie

Häufig wird dieses Verfahren fälschlicherweise als „Rückenmarksanästhesie“ bezeichnet. Diese Bezeichnung ist jedoch falsch, weil eine Spinalanästhesie immer weit unterhalb des Rückenmarks durchgeführt wird. Das Rückenmark endet in der Regel in Höhe des ersten Lendenwirbelkörpers und teilt sich dann in einzelne bewegliche Nervenfäden auf, die von Nervenwasser umgeben sind. Eine Spinalanästhesie wird jedoch nur zwischen dem 3. und 4. oder dem 4. und 5. Lendenwirbel durchgeführt. Deshalb können wir eine Verletzung des Rückenmarks, vor der einige Patienten eventuell Angst haben könnten, sicher ausschließen.

Durch die Spinalanästhesie wird eine komplette Ausschaltung der Empfindungen in der unteren Körperhälfte erreicht. In der Regel wird eine Spinalanästhesie im Sitzen durchgeführt. Durch eine sorgfältige, mehrfache Hautdesinfektion vermeiden wir das Einbringen von Keimen. Danach setzen wir eine kleine Lokalanästhesie, damit sie Anlage der Spinalanästhesie schmerzfrei und entspannt geschehen kann.

Wenn die Lokalanästhesie dann nach wenigen Augenblicken wirkt, wird über eine sehr dünne Kanüle ein lokales Betäubungsmittel in den sogenannten Nervenwasserraum (Liquorraum) gespritzt. Dieser Liquorraum enthält das Nervenwasser und umspült die Nervenwurzeln, die aus dem Rückenmark austreten. Zuerst wird ein Wärmegefühl in den Beinen und im Gesäß bemerkt. Nach einigen Minuten können die Beine nur noch wenig oder gar nicht mehr bewegt werden. Die Schmerzempfindung für die untere Körperhälfte ist komplett ausgeschaltet. Die Wirkungsdauer dieser Art der Betäubung kann je nach verwendetem Medikament zwischen einer und vier Stunden sein.

Periduralkatheter, Periduralanästhesie

Im Gegensatz zur Spinalanästhesie wird bei der Periduralanästhesie nicht der Nervenwasserraum (Liquorraum) aufgesucht, der von der sogenannten harten Rückenmarkshaut umgeben ist, sondern der Bereich vor der Rückenmarkshülle (Periduralraum).

Dieses Verfahren wenden wir nicht nur zur Schmerztherapie der Geburtshilfe an, sondern bei fast jeder großen Operation im Bereich des Bachraumes oder des Brustkorbes. Dadurch können wir unseren Patienten mit einer optimalen und bedarfsgerechten Schmerztherapie versorgen. Von großem Vorteil ist es, dass der Wundschmerz nach der Operation deutlich verringert ist, die Beweglichkeit der Beine aber in der Regel erhalten bleibt.

Für den Einsatz einer Periduralanästhesie sprechen aber noch viele weitere Gründe: Durch die schon intraoperative Benutzung dieses Verfahrens kann die dazugehörige Vollnarkose besonders schonend durchgeführt werden. Ein anderer wichtiger Vorteil dieses Verfahrens ist es, dass der Patient auch nach ausgedehnten Eingriffen tief und schmerzfrei durchatmen kann und damit die gefürchtete Komplikation einer Lungenentzündung vermieden werden kann. Bei der Anwendung eines Periduralkatheters bei großen Baucheingriffen gibt es außerdem deutliche Hinweise, dass die Magen-Darm-Funktion wieder besser und schneller seine Tätigkeit wieder aufnimmt und Wundheilungsstörungen noch seltener sind.

Nach ausführlicher und mehrfacher Hautdesinfektion, nach Abdecken des Rückens mit einem sterilen Tuch und nach Anlage einer kleinen Lokalanästhesie wird der Periduralraum mit einer Hohlnadel aufgesucht. Auf diese Hohlnadel setzen wir eine flüssigkeitsgefüllte (üblicherweise physiologische Kochsalzlösung) Spritze auf. Sobald man die Hohlnadel durch die straffen Bänder zwischen den Wirbelkörperfortsätzen hindurchgeführt und den Periduralraum erreicht hat, lässt sich diese Flüssigkeit sehr leicht einspritzen. Auf diese Weise ist der Periduralraum sehr leicht und sicher auffindbar. Danach können wir durch die Hohlnadel hindurch problemlos einen sehr dünnen Katheter einlegen (der sogenannte Periduralkatheter, Durchmesser ca. 1 mm). Über diesen Katheter verabreichen wir unseren Patienten dann über eine Spritzenpumpe kontinuierlich schon während der Operation ein lokales Betäubungsmittel.

Der Periduralkatheter kann im sowohl im Bereich der Lendenwirbelsäule als auch der Brustwirbelsäule angelegt werden. Der Ort der Anlage ist abhängig von der Operation, die durchgeführt werden soll und für welchen Bereich entsprechend eine postoperative Schmerztherapie erreicht werden soll.

Bei Anlage eines Periduralkatheters in Höhe der Brustwirbelsäule haben viele Patienten Angst vor einer Verletzung des Rückenmarks. Das Risiko einer solchen Komplikation ist jedoch außerordentlich gering. Wir verringern dieses ohnehin sehr niedrige Risiko nochmals damit, indem wir den Periduralkatheter nur bei wachen Patientenanlegen (unter Lokalanästhesie) und so jederzeit Rückmeldung über ungewöhnliche Empfindungen erhalten können. Damit ist eine Rückenmarksverletzung praktisch ausgeschlossen.

Bei Säuglingen oder Kindern wird dieses Verfahren ebenfalls zur zusätzlichen Allgemeinanästhesie durchgeführt. Nach der Punktionsstelle benannt, heißt dieses Verfahren hier Kaudalanästhesie : Über eine leicht zugängliche Punktionsstelle oberhalb des Steißbeins kann diese Form der Regionalanästhesie so problemlos auch bei unseren jüngsten Patienten entweder als einmalige Schmerzmittelgabe oder als kontinuierliches Verfahren über einen eingelegten Katheter durchgeführt werden. Über die Menge des infundierten Medikaments kann die Ausbreitung der Schmerztherapie genau gesteuert werden. Bei dieser Art der periduralen Schmerztherapie kann es praktisch zu keiner Rückenmarksverletzung kommen.

Plexusanästhesie des Arms

Diese Form der Regionalanästhesie eignet sich bestens für Eingriffe an Hand, Unter- und Oberarm. Die häufigste Form ist die axilläre Plexusanästhesie, bei der ein lokales Betäubungsmittel in die Nähe der Nervenbündel in der Achselhöhle verabreicht wird. Für einige Operationen ist es erforderlich, die von den Halswirbeln zum Arm ziehenden Nervenbündel unterhalb des Schlüsselbeins aufzusuchen und dort das lokale Betäubungsmittel zu verabreichen. Eine dritte Methode besteht darin, das zugehörige Nervenbündel schon am Hals aufzusuchen. Welches Verfahren für Sie das geeignete sein wird, hängt von der Lokalisation des Eingriffs ab.

Um die entsprechenden Nervenbündel zu finden, wird sowohl bei der Punktion in der Achselhöhle als auch unterhalb des Schlüsselbeins ein Nervenstimulator verwendet. Dabei fließt ein niedriger Strom durch die Kanüle, mit der die entsprechenden Nerven gereizt werden, was zu Zuckungen unterschiedlicher Muskeln führt. Dies ist nicht schmerzhaft. Bis das Betäubungsmittel die Nerven komplett betäubt hat und der Arm nicht mehr bewegt werden kann, vergehen etwa 20 bis 30 Minuten. Die Wirkung lässt nach zwei bis sechs Stunden nach und die Bewegungsfähigkeit kehrt zurück.

Periphere Nervenblockaden

Für kleinere Eingriffe, z.B. am Fuß, werden unterschiedliche Nerven, die den Fuß versorgen, mit einem lokalen Betäubungsmittel anästhesiert. Eine Allgemeinanästhesie ist somit nicht notwendig. Sollten Sie während der Operation lieber schlafen wollen, können wir Ihnen zusätzlich ein Beruhigungsmittel geben.

Auch andere Nerven können aufgesucht werden, um verschiedene Regionen zu betäuben. Bei einem Kniegelenksersatz bietet es sich z.B. an, die beiden Hauptnerven, die das Knie versorgen zu betäuben. Mithilfe eines speziellen Nervenstimulators, mit dem kleine elektrische Impulse eine Muskelantwort provozieren, sobald sich die Stimulationkanüle in der Nähe des Nerven befindet, ist dies problemlos und ebenfalls für Sie schmerzfrei möglich.

Über einen dünnen Katheter, der in dann die Nähe des Nerven gelegt wird, kann dann während und - mindestens ebenso wichtig - nach der Operation ein lokales Betäubungsmittel verabreicht werden, und so eine deutliche Verringerung des Wundschmerzes nach der Operation erreicht werden. Über Details und Anwendungsmöglichkeiten informieren wir Sie gerne im Rahmen unseres individuellen Prämedikationsgesprächs.


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