Krankenschwester mit Patientin

Pflegeleitbild des Klinikum am Steinenberg

Was uns wichtig ist

Versorgungsauftrag

Menschen, die in das Krankenhaus Reutlingen kommen, stehen im Mittelpunkt unseres Handelns.

Selbstverständnis

In diesem Pflegeleitbild stellt sich die Berufsgruppe der Pflegenden vor. Das Pflegeleitbild zeigt, was Pflegende über ihren Beruf denken und welche Ziele sie sich in ihrer Arbeit in den verschiedensten Abteilungen setzen. Aus dem Pflegeleitbild kann entnommen werden, welches Qualitätsniveau in Bezug auf die Patientenversorgung angestrebt wird.

Menschenbild

Wir orientieren uns an einem humanistischen Menschenbild. Das heißt für uns Pflegende: Jeder Mensch ist ein einzigartiges Wesen bestehend aus Körper, Seele, und Geist. Der Mensch wird in seiner Umgebung als Ganzes empfunden und nicht als Summe seiner Teile. Wesensmerkmale sind sein bewusstes Handeln, sein Fühlen und seine Fähigkeit zur Kommunikation. Der Mensch braucht die Gemeinschaft anderer Menschen. „Mensch sein“ und „Mensch werden“ kann niemand allein aus sich heraus.

Gesundheit

Unser Ziel ist, so zu handeln, dass sich die Selbständigkeit des Menschen entfalten kann. Dazu gehört das Streben nach Freiheit und die Möglichkeit des Irrtums. Auf allen drei Ebenen (Körper, Seele, Geist) entstehen Bedürfnisse, deren individuelle Verwirklichung maßgeblich das Verhältnis von Gesundheit und Krankheit beeinflussen. Gesundheit ist ein Zustand körperlichen, seelischen und sozialen Wohlbefindens im Einklang und Harmonie mit der Umwelt.

Leben

Das Leben verdient Achtung in allen seinen Phasen. Sterben, als unausweichliche Folge des menschlichen Entwicklungsprozesses, ist Teil des Lebens. Wir begleiten Sterbende und deren Angehörige. Ohne Pflege ist ein Leben und das Aushalten der eigenen Vergänglichkeit kaum denkbar.

Prozess

Basierend auf diesem Menschenbild verstehen wir Pflege als Fachlich fundiert, kontinuierlichen Prozess, der zielgerichtet und nachvollziehbar abläuft.

Beziehung

Pflege bedeutet nicht nur eine Befriedigung der Bedürfnisse, indem für jemanden etwas getan wird, sondern auch den anderen führen, physisch und psychisch unterstützen, unterrichten und eine Umgebung schaffen, die die persönliche Entwicklung fördert. Pflege beinhaltet in jedem Fall den Aspekt der zwischenmenschlichen Beziehung.

Biographie

Die Pflege spricht den Menschen in seiner Eigenaktivität an und unterstützt ihn in der individuellen Auseinandersetzung mit seinen Defiziten. Auf der Grundlage der individuellen Biographie beziehen wir die Ressourcen des Patienten mit ein. Unter Ressourcen verstehen wir die physischen und psychischen Fähigkeiten, das soziale Umfeld, insbesondere die Angehörigen, die aktiv am Pflegeprozess beteiligt werden sollen.

Pflegeprozess

Dieser Pflegeprozess (als Handlungsrahmen) beinhaltet für eine umfassende sowie sach- und fachkundige Pflegeplanung die sechs Schritte eines Regelkreises: Informationssammlung, Erfassung der Probleme und Ressourcen, Festlegung der Pflegeziele, Planung der Pflegemaßnahmen, Durchführung der Pflege, Überprüfung, Beurteilung und Bewertung.

Qualität

Das patientenorientierte Pflegesystem der Bereichspflege wird angestrebt. Pflegerisches Handeln umfasst die Mitarbeit jedes einzelnen bei der Wirksamkeit der Pflege, der Qualitätsverbesserung, sowie der Entwicklung des Pflegeberufes. Unser pflegerisches Handeln setzt Selbst-, Fach-, und Sozialkompetenz voraus. Pflegequalität soll u.a. durch dezentrale Qualitätszirkel und Pflegestandards gesichert werden. Wir orientieren uns an den Erkenntnissen der Pflegeforschung und -wissenschaft. Wir streben die Mitarbeit in der Pflegeforschung an.

Bildung

Die Schule für Pflegeberufe orientiert sich in ihrer Aus- Fort- und Weiterbildung an diesem Pflegeleitbild. Innerbetriebliche Fortbildungen werden kontinuierlich zum Zwecke der Kompetenzsteigerung angestrebt. Sie dienen vor allem der individuellen beruflichen Entwicklung.

Kooperation

Die Pflege ist Teil eines interdisziplinären Teams. Wir sehen alle Berufsgruppen in die Betreuung des Patienten gleichberechtigt integriert und gehen kollegial und verständnisvoll miteinander um. Supervision wird als Instrument der Teamentwicklung und Konfliktbewältigung angeboten.

Wirtschaftlichkeit

Die Erarbeitung von gemeinsamen Lösungswegen im Wandel des Gesundheitswesens ist für uns eine Herausforderung. Effizienz und Wirtschaftlichkeit sind wichtige Gesichtspunkte für unsere Pflege.

Kultur

Pflege ist ein wichtiger Bestandteil der Unternehmenskultur und tritt für das Verantwortungsbewusstsein sowie die gegenseitige Wertschätzung (Toleranz, Respekt, Achtung) aller Mitarbeiter ein.

Pflegedirektion

Die Pflegedirektion handelt offen, ehrlich, respektvoll und demokratisch. Sie unterstützt aktiv die Umsetzung dieses Pflegeleitbildes.

Rahmen

Das Pflegeleitbild stellt einen verbindlichen Rahmen für alle Bereiche der Pflege dar. Leitlinien und Ziele müssen kontinuierlich überprüft und gegebenenfalls verändert werden.

Hintergrund

Entstehungsgeschichte

Dieses Pflegeleitbild entstand in dreizehn Sitzungen und einer externen Klausurtagung in der Zeit zwischen Juni 1997 und Mai 1998. Alle Pflegenden waren zur Mitarbeit eingeladen. Neben grundlegenden Gedanken zum Leitbild einer Berufsgruppe beschäftigten wir uns mit mehreren Pflegemodellen sowie den vier Konzepten der Pflege: Mensch, Gesundheit, Pflege, Umwelt.

Teilnehmer der Arbeitsgruppe Pflegeleitbild

Anna Boß, 0d; Christof Hähnel, Geriatrischer Schwerpunkt; Erika Hann, 4d; Arnold Kaltwasser, 5ci, Schule für Pflegeberufe; Peter Karg, 3f; Horst Knoblich, Qualitätssicherung in der Pflege; Dorothee Lins, 1c; Gabriele Lutz, Schule für Pflegeberufe; Gertrud Marx, 3ci; Wendelin Nebe, 3ci; Monika Nägele, Anästhesie; Annegret Opitz, 4c; Catrin Schmidt, Projektaufgaben; Sieglinde Spohn, 7a; Paula Staudacher, 1bi.


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