
Pflegeprozess
Patientenorientierte Pflege
Als Denkmodell und Methode der patientenorientierten Pflege entwickelte sich der Pflegeprozessgedanke bereits in den 50er Jahren in den USA. Der Pflegeprozess ist ein Problemlösungsprozess, dessen Ursprung in der Systemtheorie und Entscheidungstheorie liegt.
Die Pflege wird hier als Prozess logisch aufeinander folgender Schritte, die in einen Regelkreis angeordnet sind, betrachtet und nicht mehr als unzusammenhängende Einzeltätigkeiten verstanden. Im Pflegeprozess wird jede Phase von allen anderen Phasen beeinflusst und auch reguliert.
Seit fast 20 Jahren wird der Pflegeprozess, patientenorientierte Pflege usw. in Deutschland diskutiert. Das Krankenpflegegesetz von 1985 und 2004, schreibt im §4, als Ausbildungsziel, die Fähigkeit der sachkundigen und fachkundigen, umfassenden, geplanten Pflege des Patienten vor und unter anderem die nachvollziehbare Pflegedokumentation. Im deutschsprachigen Raum hat das hier aufgeführte sechsphasige Modell am die größte Verbreitung gefunden.
Die einzelnen Schritte des Krankenpflegeprozesses sind:
- Informationssammlung, Pflegeanamnese
- Erkennen von Problemen und Ressourcen des Patienten
- Festlegung der Pflegeziele
- Planen der Pflegemaßnahmen
- Durchführung der Pflege
- Beurteilung der Wirkung der Pflege auf den Patienten
Vorteile für Patienten und Pflegende
Der Pflegeprozess ist ein Instrument, welches pflegerisches Handeln transparent, nachvollziehbar und nachweisbar macht. Mit Hilfe des Pflegeprozess kann die Pflege als eigenständiger, bedeutender Beitrag zur Therapie dargestellt werden. Er kann also für jede Pflegkraft mehr Eigenständigkeit und Berufszufriedenheit bedeuten.
Pflegeprozess konkret
Im Klinikum am Steinenberg, wird der Pflegeprozess von den Mitarbeitern bewusst wahrgenommen und umgesetzt.
Allgemein sind an unserem Haus dem Pflegeprozess die „Aktivitäten und existenziellen Erfahrungen des Lebens“ (AEDL) nach Monika Krohwinkel (externes Angebot) (Professorin für Pflegewissenschaft an der FH Darmstadt) zugrunde gelegt.
Die Planung der Pflegemaßnahmen erfolgt nach diesen insgesamt 13 AEDL´s, wie z.B. „Sich Bewegen“, „Sich Kleiden“ oder „Soziale Bereiche des Lebens sichern.“ Diese theoriegestützte Grundlage ermöglicht eine umfassende und ganzheitliche Sicht des uns anvertrauten Menschen.
