Innenhof des Bettenhauses West

Palliative Betreuung

Nicht immer ist Krebs heilbar. Ist es zu einer Tumoraussaat gekommen, kann ein Tumor oder seine Metastasen operativ nicht vollständig entfernt werden, ist das Ziel der Behandlung das natürliche Tumorwachstum zu verlangsamen und eine bestmögliche Lebensqualität zu erhalten. Hierfür bietet das Prostatakarzinomzentrum ein umfassendes, ganzheitliches Behandlungskonzept. Am Klinikum am Steinenberg besitzen mehrere Ärzte und Pflegekräfte hierfür eine spezielle Qualifikation (Palliativärzte/-schwestern).

Bei fortgeschrittenen Tumoren ist die Hormonbehandlung eine Dauertherapie, d.h. sie wird in der Regel so lange fortgeführt, wie sie eine Wirkung zeigt. Erst wenn der Tumor trotz der Behandlung weiterwächst oder sich neue Metastasen bilden, muss die Strategie geändert werden. Eine Möglichkeit ist der Wechsel auf eine andere Form der Hormonbehandlung, zum Beispiel mit Östrogenen.

Auch eine sogenannte intermittierende Androgenblockade kann versucht werden. Hierbei wechseln mehrmonatige Behandlungsphasen mit therapiefreien Intervallen ab. Schreitet die Erkrankung trotzdem weiter voran, kommt eine Chemotherapiein Frage. Dabei werden zellwachstumshemmende Medikamente (Zytostatika) verabreicht, die das Zellwachstum und damit das Tumorwachstum verhindern. Die Behandlung bringt zwar keine Heilung, aber sie kann den Krankheitsverlauf erheblich verzögern.

Fortgeschrittene Prostatakarzinome bilden häufig Tochtergeschwulste (Metastasen) in den Knochen. Diese können starke Schmerzen verursachen. Außerdem schädigen sie den Knochen, so dass es leicht zu Knochenbrüchen kommt. Die Bruchgefahr lässt sich durch eine Bestrahlung Metastasen in der Regel abwenden, der Knochen verfestigt sich wieder. Auch mit der Gabe von bestimmten radioaktiven Substanzen, die sich in erkranktem Knochen anreichern und ihn von innen bestrahlen, können Rückbildungen der Knochentumoren erreicht werden (Radionuklidtherapie). Beide Methoden sind auch wirksame Mittel zur Schmerzbekämpfung. Darüber hinaus kann die Gabe von Substanzen, die den Knochenabbau hemmen (Bisphosphonate, zum Beispiel Zoledronsäure), das Risiko von Komplikationen durch Knochenmetastasen verringern und die Schmerzen lindern. Auch eine kombinierte Strahlen-/Bisphosphonattherapie kann Schmerzen infolge von Knochenmetastasen wirksam bessern.

Im fortgeschrittenen Stadium einer Prostataerkrankung stehen für den Patienten häufig Schmerzen im Vordergrund. Sie beeinträchtigen seine Lebensqualität stärker als der Tumor selbst. Eine der wichtigsten Maßnahmen ist in diesem Falle die wirksame Schmerzbekämpfung. Mit den heute verfügbaren und Methoden lassen sich Tumorschmerzen in den meisten Fällen gut lindern.

Bei Schmerzen bietet das zertifizierte Schmerzzentrum umfassende Behandlungsansätze. Bei weit fortgeschrittenem Tumorleiden ermöglicht unsere Brückenpflege eine Betreuung in häuslicher Umgebung. Ferner arbeitet das Prostatakarzinomzentrum eng mit dem Hospiz in Eningen zusammen.

Zur Themenübersicht: Das Prostatakarzinomzentrum von A bis Z


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