Innenhof des Bettenhauses West

Strahlentherapie

Bei einem auf das Organ begrenzten Tumorstadium und bei fehlendem Hinweis auf Fernabsiedelungen kann eine Heilung auch durch eine Strahlentherapie erzielt werden. Die Bestrahlung kommt auch zur Anwendung, wenn bei der Operation sich herausstellt, dass das Organ nicht vollständig im Gesunden entfernt werden konnte oder die örtlichen Lymphknoten befallen sind.

Arten der Bestrahlung

Die Bestrahlung bei Prostatakrebs kann dabei durch zwei Arten erfolgen abhängig von der Lage der Strahlenquelle. Bei der externen – sogenannten perkutanen Strahlentherapie wird die Prostata mit Hilfe eines Linearbeschleunigers von außen bestrahlt. In ausgewählten Fällen erfolgt die Bestrahlung von „innen“, d.h. eine Strahlenquelle wird vorübergehend (durch Hohlnadeln, sogenanntes „Afterloading“) oder dauerhaft (durch Einbringen von radioaktiven Metallstiften, sogenannte „Seeds“) direkt in die Prostata eingebracht.

Ablauf der Bestrahlung

Vor dem eigentlichen Beginn der Bestrahlung erfolgt die exakte Planung der Therapie. Dabei wird durch eine Computertomografie des kleinen Beckens die Prostata und das umgebende Gewebe genau vermessen und die Größe des Bestrahlungsfeldes festgelegt. Bei der modernen Bestrahlung erfolgt die Abgabe der Strahlung „intensitätsmoduliert“ (IMRT), d.h. das Gebiet der Prostata wird möglichst gleichmäßig und hoch dosiert bestrahlt, während die Nachbarorgane wie Harnblase und Darm geschont werden. Im Fall eines Befalls der Lymphknoten erfolgt die Mitbestrahlung der Lymphabflusswege, was zu einer Vergrößerung des Bestrahlungsfeldes führt.
Die Bestrahlung erfolgt in den meisten Fällen ambulant in mehreren Sitzungen (5x pro Woche) über einen Zeitraum von mehreren Wochen (ca. 7-9 Wochen). Wichtig für die Bestrahlung ist, dass sie ausreichend trinken und vor der Bestrahlungssitzung den Enddarm entleeren.

Mögliche Komplikationen und Folgen der Bestrahlung

Da die Prostata im kleinen Becken zwischen Harnblase und Enddarm eingezwängt liegt, werden auch bei der modernen Bestrahlung diese Regionen und Nachbarorgan in Mitleidenschaft gezogen. Ein Großteil der Nebenwirkungen sind vergleichbar mit der Operation und von vorübergehender Natur. Vor allem die Darm- und Harnblasenreizung mit Stuhl- und Harninkontinenz sind typische Beschwerden. Selten sind Harnröhrenverengungen oder Schrumpfblasen. Auch bei der Bestrahlung kann es zu Störungen der Erektion kommen bis hin zur Impotenz. Im Gegensatz zur Operation treten diese langsam mit der Zeit im Verlauf von Monaten auf, während bei einer Operation unter Umständen diese sofort vorhanden sind. Auch hier kann mit neuen Medikamenten (z.B. Viagra) und Implantaten (z.B. Penisprothese) den Betroffenen bei Eintreten der Nebenwirkungen und Folgen der Behandlung geholfen werden.

Zur Themenübersicht: Das Prostatakarzinomzentrum von A bis Z


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