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Auszeichnungen

Das Klinikum am Steinenberg Reutlingen ist bei Deutschlands größtem Krankenhausvergleich, der von dem Magazin Focus durchgeführt wurde, als "Top Regionales Krankenhaus: Baden-Württemberg" gelistet.

TOP Regionales Krankenhaus 2018

Nierensteinleiden

Hintergrundwissen

Entstehung

Nierensteine sind Konkremente aus Substanzen, die im Urin übermäßigvorhanden sind und nicht aufgelöst werden konnten. Es gibt verschiedene Arten von Nierensteinen, je nachdem welches Salz im Urin auskristallisiert.

Größe von Nierensteinen

Die Größe der gebildeten Konkremente kann sehr verschieden sein, sie reicht von wenigen Millimetern (etwa Reiskorngröße) bis zu mehreren Zentimetern (so genannte Nierenbeckenausgusssteine, die das ganze Nierenbecken ausfüllen können).

Häufigkeit der unterschiedlichen Steinarten

Am häufigsten treten kalziumhaltige Steine auf. Es werden die folgenden Steinarten unterschieden (Häufigkeit in %):

  • Kalzium-Oxalatsteine (65%)
  • Harnsäuresteine (15%)
  • Magnesium-Ammonium-Phosphat-Steine, auch Struvitsteine genannt (10%)
  • Kalzium-Phosphatsteine (9%)
  • Zystinsteine (1%)

Verlauf

RöntgenbildBild 2: Nierenausgusstein links in der Nierenleeraufnahme (NLA)

Wandert ein Stein aus der Niere in den Harnleiter, kann es zu einem Verschluss
des Harnleiters kommen, was eine Nieren- bzw. Harnleiterkolik auslöst.

Kolikartige (= krampfartige) Beschwerden:

  • Rücken- oder Flankenschmerzen,
  • Auch Unterbauchschmerzen, ggf. mit Ausstrahlung in den Genitalbereich mit Übelkeit, Erbrechen und Blutbeimengung im Urin sind möglich.

Harnstau

Kleine Kristalle gehen mit dem Harn auf natürlichem Weg ab, aber auch kleine Steinchen können schwere Koliken hervorrufen.

Harnleitersteine verursachen jedoch nicht nur unangenehme Schmerzen sondern können auch gefährliche Folgen haben. Wenn der Stein in den Harnleiter übertritt und dort fest sitzt, führt dies zum Aufstau des Urins in der Niere. Ein Harnrückstau in die Nieren (Hydronephrose) kann dann zu einer Funktionseinschränkung der betroffenen Niere führen. Bei einer Infektion im Urin kann eine schwere Blutvergiftung die Folge sein.

Diagnostik

Zur Diagnostik der Nierenkolik gehören:

  • Körperliche Untersuchung mit Anamnese und Blutentnahme
  • Urinuntersuchung
  • Ultraschalldiagnostik (Sonographie)
  • Radiologische Diagnostik mittels Niedrigdosis-CT Abdomen (Computertomogramm des Bauches) als Standardverfahren
  • Ausscheidungsurogramm (AUR)

Bilder 3 und 4: links: CT vom Bauch mit tiefem Harnleiterstein links, rechts: CT vom Bauch mit Blasen und Nierenstein

Behandlungsmöglichkeiten

Je nach Beschwerden, Größe und Lage des Steines wird ein Therapieplan mit dem Patienten besprochen. An Therapieoptionen bieten wir das komplette Spektrum der Minimalinvasiven Steinentfernung sowie die Extrakorporale-Stoßwellenlithotripsie (ESWL) an.

Spontanabgang

Viele Steine gehen von selbst ab. Bei Steinen mit einem Durchmesser von < 5mm wird man zunächst abwarten und versuchen, den Stein durch Bewegung, große Trinkmengen und mit medikamentöser Unterstützung zur Ausscheidung zu bringen.

Bei jeder Steinentfernung oder einem Spontanabgang wird der Stein auf seine
Zusammensetzung hin analysiert. Dies erfolgt in unserem Kliniklabor.

Extrakorporale Stoßwellen-Lithotripsie (ESWL)

Die Extrakorporale Stoßwellen-Lithotripsie-Anlage der Urologischen KlinikBild 5: ESWL Anlage

Die Nieren- oder Harnleitersteine werden mittels Röntgen oder Ultraschall geortet und dann mittels Stoßwellen von außen zertrümmert. Hierfür ist nur in Ausnahmefällen eine Narkose notwendig. Die entstehenden Steinfragmente gehen in den folgenden Tagen oder Wochen mit dem Urin ab. Dieser Eingriff wird in unserer Klinik überwiegend ambulant durchgeführt.

Ureteroskopische Steinextraktion (URS)

Liegt der Stein im Harnleiter, kann man in Vollnarkose eine Blasenspiegelung sowie eine Harnleiterspiegelung vornehmen und den Stein mit einer feinen Zange oder mit einem Fangkörbchen (Dormia-Schlinge) entfernen. Weiter kann der Stein mit einer Laser- oder Ultraschall-Sonde vor Entfernung zerkleinert werden.

Mit diesem Verfahren behandeln wir über 80% unserer Patienten mit Harnleitersteinen erfolgreich. Der große Vorteil dieser Methode liegt darin, dass der Stein direkt und komplett entfernt werden kann und der Aufenthalt in der Klinik nur sehr kurz ist. Fallweise ist es nötig eine sogenannte Harnleiterschiene (DJ-Katheter) einzulegen, um den Abfluss der Niere zu gewährleisten. Diese Harnleiterschiene kann in der Regel 1 bis 2 Wochen später ambulant entfernt werden.

Flexible URS (Spiegelung von Harnleiter und Niere mit einem um 260 Grad beweglichen Instrument)

Bei Steinen, welche in schwer zugänglichen Nierenkelchen liegen bieten wir die flexible URS an, mit der fast sämtliche Steine der Niere erreicht und entfernt werden können. Die Entfernung erfolgt ebenso über Fangkörbchen. Weiter haben wir die Möglichkeit der Steinzerkleinerung von Harnleitersteinen oder Nierenkelchsteinen (Steindesintegration) durch den Einsatz unseres Holmium-Lasers.

Perkutane Nephrolitholapaxie (PNL)

Die perkutane Steinentfernung stellt ein Minimal-invasives Verfahren dar. Dabei wird von der Flanke aus unter Ultraschall- und Röntgenkontrolle ein Zugangskanal zur Niere angelegt, durch den kleine Arbeitsinstrumente wie zum Beispiel Laserfasern oder Greifzangen an den Stein gebracht werden können. Mit Hilfe elektrohydraulischer Sonden oder Laserfasern können wir den Stein dann systematisch unter direkter Sichtkontrolle am Monitor zerstören. Die Fragmente lassen sich absaugen oder mit der Zange entfernen. Durch dieses Verfahren können auch größere Steine in einer Sitzung entfernt werden.

Offene/Laparoskopische Operation

Aufgrund der oben genannten therapeutischen Möglichkeiten ist eine offene Operation heute nur noch sehr selten notwendig und wird eigentlich nur bei kompletten Nierenausgusssteinen durchgeführt.

Prophylaxe

Vorbeugende Maßnahmen

  • Ausreichende Trinkmenge: mehr als 2 Liter pro Tag. Die Art der Getränke spielt keine Rolle.
  • Ausgewogene Ernährung: Vermeidung einer übermäßigen Zufuhr von Oxalsäure, bestimmten Nahrungsmitteln wie tierischen Innereien (Leber, Nieren, Herz, Zunge), Fleisch, Wurstwaren, Ölsardinen und Hülsenfrüchte. Diese enthalten sehr viel Purin und sollten nur eingeschränkt genossen werden.
  • Ausreichend Bewegung

Wiederholte Steinbildung

Viele Patienten neigen zu wiederholten Steinbildungen und -abgängen. Bei den kalziumhaltigen Steinen beträgt das Rezidivrisiko (erneutes Auftreten eines Steines) zirka 80%, bei den Harnsäuresteinen sogar fast 100%, wenn keine vorbeugenden Maßnahmen getroffen werden.

In bestimmten Fällen ist eine sogenannte metabolische Abklärung notwendig und sinnvoll, mit der Stoffwechselerkrankungen entdeckt und zum Teil speziell behandelt werden können.


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