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Harnblasenkrebs

Strukturierte Diagnostik und individuelle Therapie

Das Blasenkarzinom ist eine häufige urologische Tumorerkrankung, die vor allem im höheren Lebensalter auftritt. Typische Warnzeichen sind schmerzlose Blutbeimengungen im Urin, seltener auch Reizbeschwerden der Harnblase. Eine frühzeitige Abklärung und eine stadiengerechte Therapie sind entscheidend für den Behandlungserfolg.

In der Urologischen Klinik des Kreisklinikums Reutlingen erfolgt die Versorgung von Patienten mit Blasenkrebs leitliniengerecht und interdisziplinär in Zusammenarbeit mit weiteren Fachdisziplinen und den zentralen Bereichen des Krebszentrums.

Hintergrundwissen

Vorsorge und Früherkennung

Eine allgemeine Früherkennungsuntersuchung für Blasenkrebs existiert derzeit nicht. Bei Risikopersonen, insbesondere bei Rauchern oder Patienten mit beruflicher Exposition gegenüber bestimmten Chemikalien, ist jedoch eine erhöhte Aufmerksamkeit für Symptome wichtig.

Das Leitsymptom ist die sichtbare oder nicht sichtbare Blutbeimengung im Urin, die stets urologisch abgeklärt werden sollte.

Diagnostik

Die Diagnostik umfasst eine strukturierte Anamnese, Urinuntersuchungen, Ultraschalldiagnostik sowie die Blasenspiegelung (Zystoskopie).

Bei Verdacht auf ein Blasenkarzinom erfolgt die transurethrale Resektion der Harnblase (TUR-B) zur Sicherung der Diagnose und zur lokalen Tumorkontrolle. Zur Verbesserung der Tumorerkennung, insbesondere bei flachen Tumoren und Carcinoma in situ, kommt die photodynamische Diagnostik (PDD) mit Hexvix® zum Einsatz.

Zur weiteren Einordnung des Tumorstadiums schließt sich eine Stagingdiagnostik mit bildgebenden Verfahren an.

Therapie des nicht-muskelinvasiven Blasenkarzinoms

Bei oberflächlichen Tumoren erfolgt die Behandlung in der Regel durch eine vollständige TUR-B. Abhängig vom Rückfall- und Progressionsrisiko schließt sich eine intravesikale Instillationstherapie an, um das Wiederauftreten des Tumors zu reduzieren.

Die Nachsorge erfolgt strukturiert mit regelmäßigen Kontrollen.

Therapie des muskelinvasiven Blasenkarzinoms

Beim muskelinvasiven Blasenkrebs ist eine weiterführende Therapie erforderlich. Dazu zählen:

  • neoadjuvante Chemotherapie vor einer definitiven lokalen Therapie
  • radikale Zystektomie mit Harnableitung
  • adjuvante Chemotherapie in ausgewählten Fällen

Alternativ kann bei geeigneten Patienten eine multimodale Therapie aus TUR-B und Radiochemotherapie erfolgen, um die Harnblase zu erhalten.

Die Therapieplanung erfolgt interdisziplinär und individuell.

Palliative und systemische Therapie

Bei fortgeschrittener oder metastasierter Erkrankung steht die palliative systemische Therapie im Vordergrund. Ziel ist die Verlängerung der Lebenszeit bei bestmöglicher Lebensqualität. Ergänzend erfolgt eine umfassende palliative Versorgung zur Symptomlinderung und Unterstützung der Patienten. Je nach Situation erfolgt hier auch eine enge Zusammenarbeit mit den Kolleginnen und Kollegen der ambulanten sowie stationären Palliativmedizin.

Unser Anspruch

Die Behandlung des Blasenkarzinoms am Kreisklinikum Reutlingen steht für:

  • leitliniengerechte Diagnostik inklusive TUR-B mit PDD (Hexvix®)
  • strukturierte Stagingdiagnostik
  • individuelle Therapieplanung in allen Tumorstadien
  • operative Expertise inklusive Techniken der Harnableitung
  • enge interdisziplinäre Zusammenarbeit
  • umfassende palliative und supportive Betreuung

Wir bieten Patienten und zuweisenden Ärztinnen und Ärzten eine kompetente, abgestufte und interdisziplinäre Versorgung bei Blasenkrebs.