Nieren- und Harnleitersteine
Moderne Diagnostik und individuelle Therapie
Nieren- und Harnleitersteine (Urolithiasis) sind häufige Erkrankungen und können starke Schmerzen sowie akute Komplikationen verursachen. Die Ausprägung reicht von zufällig entdeckten, beschwerdearmen Steinen bis hin zu akuten Koliken mit Harnabflussstörung oder Infektion. Eine strukturierte Diagnostik und eine individuell angepasste Therapie sind entscheidend für einen raschen Behandlungserfolg und die Vermeidung von Rückfällen.
In der Urologischen Klinik des Kreisklinikums Reutlingen erfolgt die Behandlung der Urolithiasis leitliniengerecht und abgestuft – von konservativen Maßnahmen bis hin zu spezialisierten operativen Verfahren.
Hintergrundwissen
Diagnostik
Die Diagnostik umfasst eine gezielte Anamnese, Laboruntersuchungen von Blut und Urin sowie bildgebende Verfahren. Je nach Fragestellung kommen Ultraschalluntersuchungen und moderne Schnittbildverfahren zum Einsatz, um Lokalisation, Größe und Anzahl der Steine sowie mögliche Komplikationen zuverlässig zu erfassen.
Diese Befunde bilden die Grundlage für die Wahl des geeigneten Therapieverfahrens.
Konservative Therapie
Bei kleinen Steinen ohne Komplikationen kann zunächst eine konservative Behandlung erfolgen. Diese umfasst:
- Unterstützung des Spontansteinabgangs durch ausreichende Flüssigkeitszufuhr und medikamentöse Maßnahmen
- Chemolitholyse bei geeigneter Steinzusammensetzung
- engmaschige klinische und bildgebende Verlaufskontrollen
Ziel ist eine möglichst schonende Behandlung unter Vermeidung unnötiger Eingriffe.
Operative Therapie
Bei größeren Steinen, anhaltenden Beschwerden, Infektionen oder ausbleibendem Spontanabgang ist eine operative Therapie erforderlich. Ein besonderer Schwerpunkt unserer Klinik liegt auf den folgenden minimalinvasiven Verfahren:
Ureterorenoskopie (URS)
Die URS ist ein etabliertes, minimalinvasives Verfahren zur Entfernung von Steinen aus Harnleiter und Niere. Über die natürlichen Harnwege werden moderne Endoskope (starr oder flexibel, je nach Lage des Steines) eingeführt, mit denen Steine direkt dargestellt und entfernt werden können. Ist der Stein für eine Entfernung zu groß erfolgt eine Zerteilung des Steines mit einem hochmodernen Thuliumfaserlaser über das Endoskop. Die Steinreste werden je nach Größe endoskopisch geborgen oder ausgespült.
Minimal-invasive Perkutane Nephrolitholapaxie (PNL)
Die PNL wird insbesondere bei großen oder komplexen Nierensteinen eingesetzt. Über einen winzigen Hautschnitt wird ein direkter Zugang zum Nierenbecken geschaffen, um Steine effektiv zu entfernen. Dieses Verfahren ermöglicht eine hohe Steinfreiheitsrate bei gleichzeitig schonendem Vorgehen.
Die Auswahl des Verfahrens erfolgt individuell unter Berücksichtigung der Steingröße, -lage, Begleiterkrankungen und der persönlichen Situation des Patienten.
Metaphylaxe und Nachsorge
Ein wichtiger Bestandteil der Steintherapie ist die Metaphylaxe, also die Vorbeugung erneuter Steinbildungen. Diese umfasst:
- Analyse der Steinzusammensetzung
- gezielte Ernährungs- und Trinkempfehlungen
- ggf. medikamentöse Maßnahmen zur Senkung des Steinrisikos
Ziel ist es, die Rückfallrate nachhaltig zu reduzieren und langfristige Komplikationen zu vermeiden.
Unser Anspruch
- Die Behandlung der Nieren- und Harnleitersteine am Kreisklinikum Reutlingen steht für:
- strukturierte, leitliniengerechte Diagnostik
- abgestufte Therapie von konservativ bis operativ
- besondere Expertise in URS und PNL
- individuelle Metaphylaxe und Nachsorge
- Wir bieten Patientinnen und Patienten sowie zuweisenden Ärztinnen und Ärzten eine kompetente und moderne Versorgung bei allen Formen der Urolithiasis.



