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Benignes Prostatasyndrom (BPS)

Moderne Diagnostik und individuelle Therapie

 

Das benigne Prostatasyndrom (BPS) beschreibt die gutartige Vergrößerung der Prostata mit daraus resultierenden Beschwerden beim Wasserlassen. Es ist eine häufige Erkrankung des älteren Mannes und kann zu einer deutlichen Einschränkung der Lebensqualität führen. Typische Symptome sind ein abgeschwächter Harnstrahl, häufiges Wasserlassen – insbesondere nachts –, Nachträufeln sowie das Gefühl einer unvollständigen Blasenentleerung.

In der Urologischen Klinik des Kreisklinikums Reutlingen erfolgt die Abklärung und Behandlung des BPS leitliniengerecht und individuell angepasst. Ziel ist es, die Beschwerden zu lindern, Komplikationen zu vermeiden und die Lebensqualität nachhaltig zu verbessern.

Hintergrundwissen

Diagnostik

Die Diagnostik umfasst eine strukturierte Anamnese, körperliche Untersuchung einschließlich rektaler Untersuchung, Laboruntersuchungen sowie bildgebende Verfahren, insbesondere die Ultraschalluntersuchung von Prostata, Harnblase und Nieren. Ergänzend können Harnflussmessungen und weitere funktionelle Untersuchungen erfolgen. Auf dieser Basis wird das geeignete Therapiekonzept festgelegt.

Konservative und medikamentöse Therapie

Bei milden bis moderaten Beschwerden stehen zunächst konservative Maßnahmen im Vordergrund. Dazu zählen die Beratung zu Trink- und Miktionsverhalten sowie die regelmäßige Verlaufskontrolle.

Die medikamentöse Therapie stellt einen wichtigen Baustein dar und kann je nach Befund mit unterschiedlichen Wirkstoffgruppen erfolgen. Ziel ist eine Verbesserung der Symptome und der Blasenentleerung sowie die Reduktion des Progressionsrisikos. Die Auswahl der Medikamente erfolgt individuell unter Berücksichtigung von Begleiterkrankungen und möglichen Nebenwirkungen.

Operative Therapie

Bei ausgeprägten Beschwerden, Komplikationen wie wiederholtem Harnverhalt, Blasensteinen oder eingeschränkter Nierenfunktion sowie bei unzureichendem Ansprechen auf konservative und medikamentöse Maßnahmen ist eine operative Behandlung angezeigt.

In unserer Klinik kommen folgende etablierte und moderne Verfahren zum Einsatz:

  • Transurethrale Resektion der Prostata (TUR-P)
    Bewährtes Standardverfahren zur operativen Behandlung des BPS mit langjähriger Erfahrung und guten funktionellen Ergebnissen.
  • Laserenukleation der Prostata (ThuLEP) (geplant)
    Moderne, gewebeschonende Methode zur vollständigen Entfernung des vergrößerten Prostatagewebes. Dieses Verfahren eignet sich insbesondere auch bei größeren Prostatavolumina.
  • Transvesikale Prostatektomie (TVP)
    In Sonderfällen, insbesondere bei sehr großer Prostata oder bei gleichzeitigem Vorliegen von Blasensteinen, kann eine offene operative Therapie erforderlich sein.

Die Wahl des Operationsverfahrens erfolgt individuell unter Berücksichtigung von Prostatagröße, Begleiterkrankungen und den persönlichen Anforderungen des Patienten.

Unser Anspruch

Die Behandlung des benignen Prostatasyndroms am Kreisklinikum Reutlingen steht für:

  • leitliniengerechte und strukturierte Diagnostik
  • abgestufte Therapie von konservativ bis operativ
  • moderne operative Verfahren mit hoher Expertise
  • individuelle Beratung und transparente Therapieentscheidung

Wir bieten Patienten und zuweisenden Ärztinnen und Ärzten eine umfassende und differenzierte Versorgung bei allen Formen des benignen Prostatasyndroms.