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Urogenitaltrakt wiederherstellen

Wiederherstellung der Harnwege

Die rekonstruktive Urologie befasst sich mit der Wiederherstellung von Form und Funktion der Harnwege, wenn diese durch Fehlbildung, Erkrankungen, Verletzungen oder Operationen eingeengt oder beschädigt sind. Ziel ist die Wiederherstellung einer ungestörten Harnableitung, die Linderung von Beschwerden und der Schutz der Nierenfunktion.

In der Urologischen Klinik des Kreisklinikums Reutlingen bieten wir umfassende rekonstruktive Verfahren auf hohem fachlichem Niveau an und arbeiten eng mit zuweisenden Ärzten zusammen, um individuelle Therapiepläne zu erstellen.

Hintergrundwissen

Harnröhrenstrikturen

Harnröhrenstrikturen führen zu einer eingeschränkten Harnpassage, wiederkehrenden Infektionen oder Blasenentleerungsstörungen. Je nach Lage und Länge der Striktur stehen folgende Verfahren zur Verfügung:

  • Urethrotomie
    Minimalinvasives Verfahren zur Durchtrennung kurzer Strikturen, oft als erste Therapieoption.
  • Harnröhrenrekonstruktionen
    Bei längeren oder komplexen Strikturen werden rekonstruktive Techniken eingesetzt:
    • End-zu-End-Rekonstruktion für kurze Segmentstrikturen
    • Transplantation von Wangenschleimhaut (Buccal Mucosa Graft) für längere oder wiederkehrende Strikturen

Die Wahl der Methode erfolgt individuell, abhängig von Strikturlänge, Lokalisation und Voroperationen.

Behandlung von Nierenbeckenabgangsengen

Engstellen am Nierenbeckenabgang können den Urinfluss behindern und zu Nierenstau oder Infektionen führen. Die rekonstruktive Therapie umfasst plastische Eingriffe, um die Harnableitung wiederherzustellen. Ziel ist der Erhalt der Nierenfunktion und die langfristige Vermeidung von Komplikationen. Die Nierenbeckenplastik wird als roboterassistierten Eingriff mit dem Da Vinci®-Operationssystem angeboten

Behandlung von Ureterengen

Verengungen im Harnleiter können zu Harnstau, Schmerzen und Funktionsverlust der Niere führen. Je nach Lage und Ausmaß stehen verschiedene rekonstruktive Verfahren zur Verfügung:

  • Ureterozystoneostomie: direkte Wiederanbindung des Ureters an die Blase
  • Psoas-Hitch: Verlagerung der Blase zur Spannungslosen Verbindung bei kurzer Distanz
  • Boari-Plastik: Verlängerung der Harnleiterstrecke durch Blasenplastik
  • Ureter-Darm-Ersatz: Rekonstruktion bei ausgedehnten Defekten unter Nutzung eines Darmsegments
  • Utereoureterostomie: Kreuzung des betroffenen Harnleiters auf die Gegenseite und Wiederanbindung an den gesunden, gegenseitigen Harnleiter

Diese Eingriffe erfordern eine individuelle Planung und hohe operative Expertise, um eine langfristige Harnableitung und Nierenfunktion zu sichern. Häufig ist eine operative Versorgung unter Anwendung der robotischen Chirurgie mit dem Da Vinci®-Operationssystem möglich.

Unser Anspruch

Die rekonstruktive Urologie am Kreisklinikum Reutlingen steht für:

  • individuelle Diagnostik und Therapieplanung
  • maßgeschneiderte operative Rekonstruktionen bei Harnröhre, Nierenbeckenabgang und Harnleiter
  • Erhalt der Nierenfunktion und Wiederherstellung der Harnableitung
  • interdisziplinäre Zusammenarbeit bei komplexen Fällen
  • kompetente Versorgung für Patienten und zuweisende Ärztinnen und Ärzte

Wir bieten eine hoch spezialisierte, patientenorientierte Versorgung für alle Formen rekonstruktiver urologischer Eingriffe.