Reutlingen | 26.10.2021 – Im April 2011 wurde das Zentrum für Altersmedizin in den Kreiskliniken Reutlingen offiziell eröffnet, zum zehnjährigen Bestehen erfährt der Bereich nun eine weitere Aufwertung. Denn zum 1. November entsteht eine neue Hauptabteilung unter der Leitung des neuen Chefarztes Dr. Heinz-Ulrich Raschke, der bereits von Beginn an im Bereich der Akutgeriatrie in der Ermstalklinik in Bad Urach tätig ist, zunächst als Oberarzt, ab 2018 dann als Leitender Arzt.
„Die Bedeutung der Altersmedizin wird nicht zuletzt durch den fortschreitenden demographischen Wandel in Zukunft weiter zunehmen. Deshalb freuen wir uns sehr, dass wir mit Herrn Dr. Raschke einen erfahrenen Geriater und einen langjährigen Mitarbeiter unseres Hauses für die neue Chefarztposition gewinnen konnten", freut sich Dominik Nusser, Geschäftsführer der Kreiskliniken Reutlingen GmbH. Das Zentrum für Altersmedizin in den Kreiskliniken Reutlingen bildet der Geriatrische Schwerpunkt im Klinikum am Steinenberg in Reutlingen gemeinsam mit dem Bereich der Akutgeriatrie in Bad Urach. Die Behandlungsschwerpunkte liegen in den Bereichen der Alterstraumatologie, also etwa der Behandlung nach Stürzen, der Neurogeriatrie, mit dem Schwerpunkt auf Demenz, der Rehabilitation sowie im Bereich der palliativen Altersmedizin. „Früher bedeutete ein Sturz, etwa verbunden mit einem Oberschenkelhalsbruch, meist den Gang ins Pflegeheim. Heute steht die Gewährleistung der größtmöglichen Selbstständigkeit der Patienten in ihrem häuslichen Umfeld im Fokus, weshalb ein schneller Übergang von der stationären Akutversorgung zur Frührehabilitation angestrebt wird", erklärt Dr. Heinz-Ulrich Raschke.
Ältere und hochbetagte Patienten benötigen aufgrund ihrer natürlichen altersbedingten Veränderungen und einer Vielzahl meist verschiedener chronischer Erkrankungen ganz individuelle Behandlungskonzepte, weshalb weniger die klassische medizinische Diagnostik im Mittelpunkt steht, sondern der Fokus viel mehr auf der Alltagskompetenz der Betroffenen einschließlich ihres psychosozialen Umfeldes und des täglichen Hilfebedarfs liegt. „Es bestehen große Unterschiede in der körperlichen und geistigen Leistungsfähigkeit der Patienten, weshalb wir im Bereich der Altersmedizin einen individuellen und interprofessionellen Ansatz verfolgen", so der neue Chefarzt, der mit seinem Team in Bad Urach rund 700 Patienten pro Jahr behandelt.
Interprofessionelle Zusammenarbeit im Sinne des Patienten bedeutet das Zusammenspiel von Medizin, Pflege, Sozialdienst, Therapie und den Angehörigen. „Das Schöne an der Geriatrie ist die Arbeit im Team mit verschiedenen Berufsgruppen, die den Patienten ganzheitlich aus unterschiedlichen Blickwinkeln betrachten, um so zur bestmöglichen Lösung für den Patienten zu kommen." Dabei spielen vor allem auch Zeit und Empathie eine große Rolle. Im Durchschnitt beträgt die Liegedauer eines geriatrischen Patienten zwischen ein und zwei Wochen, in denen das interprofessionelle Team ein besonderes Vertrauensverhältnis zum Patienten aufbauen muss.
Erfahrener Mediziner mit Empathie und Teamgeist
Der neue Chefarzt Dr. Heinz-Ulrich Raschke ist Facharzt für Innere Medizin und führt die Zusatzbezeichnungen Geriatrie, Notfallmedizin und Palliativmedizin. Nach dem Medizinstudium an der Universität Tübingen war der 52-jährige Familienvater über zehn Jahre im Klinikum in Ostfildern-Ruit tätig, ehe er im Jahr 2011 als Oberarzt an die Ermstalklinik nach Bad Urach kam. „Geriatrie bedeutet für mich empathische Medizin, die dem Patienten zugewandt ist. Genau diese Werte möchte ich auch als Führungskraft in der neuen Rolle leben." Zum Team gehören insgesamt sieben Ärzte, acht Therapeuten, ca. 25 Pflegekräfte sowie zwei Sozialarbeiter, die für die Pflegeüberleitung zuständig sind.